Berufsbild

 

Der Beruf des Restaurators ist in Deutschland bisher nicht geschützt. 

Inzwischen hat sich die Ausbildung von Restauratoren an Fachhochschulen und Universitäten mit Diplom-Abschluss durchgesetzt, seit 2004 werden Bachelor- und Master- Abschlüsse angeboten.

 

Wir sind als freiberufliche Restauratoren im Verband der Restauratoren, unserem Berufsverband, der sich auch um den Berufsschutz kümmert, organisiert. Wir haben uns dem Ehrenkodex dieses Verbandes verpflichtet, der unserer eigenen Berufsauffassung und Ausübung entspricht. Die Freiberuflichkeit grenzt uns gegenüber Handwerkern und Gewerbetreibenden ab; nicht die Gewinnerzielung, sondern das Handeln im Interesse eines zu schützenden Kulturgutes bestimmt unsere Tätigkeit.

 

Konservierung-Restaurierung von Wandmalerei und Architekturoberfläche

Die Wandmalerei ist eine der frühesten Kulturleistungen der Menschheit. In Schleswig-Holstein haben es Restauratoren mit historischen Putzen und ihren Fassungen ab dem 11.Jh. in Kirchen oder Herrenhäusern zu tun. Das Schicksal dieser Objekte ist zumeist untrennbar mit den Umgebungs- und Umweltbedingungen verbunden. Aufgrund ihrer Immobilität sind solche Oberflächen besonders gefährdet. Um Schadensursachen zu ermitteln und zu behandeln, sind im Rahmen einer Bestandsaufnahme umfassende bauphysikalische, chemische (Materialanalyse)  und Klimatechnische Untersuchungen durchzuführen. Restaurierungskonzepte beinhalten meist auch Handlungsanweisungen zur klimatischen Umgebung der Objekte wie z.B. Einhausungen, Heizungsregelung.

 

Die konservatorische/ restauratorische Tätigkeit hat mit verschiedensten Arten von Oberflächengestaltungen zu tun: Innenraumdekorationen in figuraler und dekorativer Ausführung, Gewölbeausmalungen, mono- und polychrome Fassungen in Fresko/ Secco,  Stuccolustro, Sgraffitis, Mosaiken, Keramik, Tapetenmalerei, Fassadenmalereien  und viele andere mehr, bis hin zu abgenommenen Wandmalereien oder gefassten archäologischen Funden. Das reichhaltige Materialspektrum der Untergründe reicht von Kalkmörteln, Putzen, Lehm, Ziegel, Terrakotta, (Stein als Grenzgebiet), Gips, Tapetenmalerei bis hin zu modernen Materialien (z.B. Beton/ ‚East Side Gallery’ Berliner Mauer).

 

in Schleswig-Holstein...

Das Interessante an unserem Beruf ist die Vielfalt der Aufgabenbereiche, der Orte und der Materialien, mit denen wir zu tun haben. Wir kennen inzwischen viele Herrenhäuser und Dorfkirchen und ihre Geschichte(n) in Hamburg und Schleswig-Holstein in einer intensiven Art und Weise: wir erfassen ihre Materialität  und ihre Nutzung, die Aussage ihrer Bilder und alle Facetten ihrer Baugeschichte. Wir haben mit Küstern, Pastoren, (Kirchen-)Gemeinden und Touristen in Stadt und Land zu tun, aber auch mit Ämtern, Architekten, Wissenschaftlern, Kollegen und Studenten. Oft haben wir eine Mittlerfunktion oder die Aufgabe, den häufig unterschätzten Wert der Wandmalereien ins Bewusstsein zu rücken. Wir arbeiten wochenlang allein auf Gerüsten in 10 Meter Höhe, beantworten Fragen in Museen mit Publikumsverkehr und archivieren und dokumentieren penibel im Büro. Wir sehen uns mit Lupe und Spritze, mit Skalpell und Pinsel, mit Mikroskop, Fotoapparat, IPad und Ultraschall. Wir mischen Farben, Mörtel, Mamorputze, bilden uns fort und bilden aus.

Jedes neue Objekt ist einzigartig und eine neue Herausforderung, erfordert eigene Konzepte, Materialien, Werkzeuge und Vorgehensweisen. Keine Chance für Langeweile!